Posts mit dem Label Gäste werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gäste werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Panel 2: Welche Schwächen der etablierten Parteien nutzen die Populisten?

Neu, Cuperus, Nijhuis (v.l.)
Im Panel 2 des "NRW-Forum: Zukunft" referierten und diskutierten Frau Dr. Viola Neu und René Cuperus über die Herausforderungen an die Demokratie durch Populismus. Die Moderation hat Prof. Dr. Ton Nijhuis übernommen. Wir haben live von der Veranstaltung gebloggt:

Nijhuis: "Nicht die Frage, 'was macht populistische Parteien aus' wird hier gestellt, vielmehr soll versucht werden zu beantworten, was eigentlich populistische Wähler ausmacht. Und wieso sind etablierte Parteien nicht in der Lage die Wünsche von 'Populistenwählern' zu bearbeiten?"...
... weiterlesen

„Der letzte und härteste Test bleiben die Wahlen“

Thomas Poguntke
Beim morgigen 'NRW Forum: Zukunft Demokratie' wird Professor Thomas Poguntke im Panel 1 zum Thema "Was begründet die schwindende Orientierungs-funktion der Volksparteien?" referieren. Poguntke ist Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt ''vergleichende politische Systemforschung und Parteienforschung'. Sein Lebenslauf liest sich europäisch: Studiert in Stuttgart und London, promoviert in Florenz, habilitiert in Mannheim, danach sechs Jahre an zwei britischen Universitäten tätig. Über den Umweg Bochum ist er nach Düsseldorf gekommen, und ist dort Professor für vergleichende Politikwissenschaft sowie Leiter des Instituts für Parteienforschung (PRuF).

In diesem Interview spricht Thomas Poguntke über die deutsche Demokratie, Tempolimits, die Parteienland-schaft, Fitnessstudios und die 10%-Welle, auf der die Piraten momentan schwimmen...

... weiterlesen

"Populismus ist die Rache an unserer Demokratie"


René Cuperus ist leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter  bei der "Wiardi Beckman Stichting" und im wissenschaftlichen Büros der Pvda, der niederländischen Sozialdemokraten in Den Haag. Er nimmt als Diskutant am Panel 2 teil, auf dem sich über die Frage 'Welche Schwächen der etablierten Parteien nutzen die Populisten?' ausgetauscht wird. Wir haben René Cuperus telefonisch zum Thema befragt: 

Herr Cuperus, was sind Ihrer Meinung nach die drei größten Schwächen der etablierten Parteien? 
"Das ist eine wichtige Frage zu Anfang, weil ich der Meinung bin, dass das Phänomen Populismus, das man in fast allen europäischen Ländern antrifft, ein Produkt ist von den Schwächen oder Defiziten der ehemaligen Volksparteien der Mitte. Ich denke die erste Schwäche ist, dass die etablierten Parteien – oder die ‚Parteien der breiten Mitte‘ – keine Sicherheit mehr produzieren. Die Parteien haben einfach die Fähigkeit verloren, dieses Gefühl der Bevölkerung zu vermitteln...

... weiterlesen

"Parteiendemokratie an sich ein gutes Prinzip"

Der Politikwissenschaftler und Publizist Dr. Warnfried Dettling ist Teilnehmer der Abschlussdiskussion beim "NRW-Forum Zukunft". Dettling hat zahlreiche Vorträge, Artikel und Bücher zur Gegenwart und Zukunft von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland veröffentlicht. Hier stellt er vorab bereits seine Positionen zu Parteien- und Politikverdrossenheit, sowie zu Problemen und zur Zukunft der Demokratie vor...
... weiterlesen

"Keine grundlegenden Probleme im Parteiensystem"

Dr. Viola Neu  referiert im Panel 2 des "NRW Forum Zukunft" zum Thema 'Welche Schwächen der etablierten Parteien nutzen die Populisten?'. Seit 2011 leitet sie das Team "Empirische Sozialforschung" bei der Konrad Adenauer Stiftung (Kas) in Berlin. Darüber hinaus weist sie besondere Expertise in den Bereichen der Wahl- und Parteienforschung sowie der Extremismusforschung auf, wozu sie mehrere Arbeiten publizierte. Wir hatten Gelegenheit Frau Dr. Neu zum Thema zu befragen...
... weiterlesen

Bereitschaft zum Wandel?!

Betrachtet man die politische Großwetterlage, stellt man fest, dass diese eine Veränderung erfahren hat. Spätestens seit der Landtagswahl NRW 2010 ist klar, dass die großen Volksparteien mit ernsthafter Konkurrenz von kleineren Parteien rechnen müssen. So verloren die 'zwei großen' Volksparteien 10,3 Prozentpunkte (CDU) und 2,6 Prozentpunkte (SPD) gegenüber der vorherigen Wahl, während alle anderen Parteien Gewinne erzielen konnten. Um die Ursachen und Wirkungen davon zu prüfen, kann die Milieuspezifische Theorie weiterhelfen.

Ein Experte der Milieuforschung ist Prof. Dr. Michael Vester, der beim NRW Forum über "Volksparteien und Wählermilieus in der Krise" referiert. Vester ist emerit. Professor für Politikwissenschaften an der Leibniz Universität Hannover mit den Forschungsschwerpunkten: Milieu, soziale Bewegungen, Sozialstruktur und sozialer Wandel. Vester gehört keiner Partei an und ist Mitglied des Wissenschafts-Beirates von Attac. Sein Impulsreferat thematisiert den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft (Milieu) und Wählerverhalten (Milieus beschreiben Menschengruppen die sich in der Lebensauffassung und Lebensweise, der Alltagskultur, dem Geschmack, den beruflichen Lebenszielen oder Parteienpräferenzen ähneln). Für weitere Hintergrundinformationen zu seinem Vortrag hat er sich für ein telefonisches Gespräch bereiterklärt...
... weiterlesen

„Ein Zurück zur Normalität des Parteiensystems wird es nicht geben“

Friso Wielenga
Auf dem "NRW Forum: Zukunft Demokratie" soll über die schwindende Orientierungsfunktion der Volksparteien gesprochen werden. Den großen gemeinsamen Rahmen der Veranstaltung bildet der Austausch zwischen Wissenschaftlern und Politikern der Niederlande und Deutschland. Wir haben Professor Friso Wielenga, der Panel 1 beim NRW Forum moderieren wird, per Email zum Veranstaltungsthema befragt.

Der niederländische Historiker ist Direktor des Zentrums für Niederlandestudien an der Universität Münster und hat an verschiedenen Universitäten in Deutschland und den Niederlanden studiert oder gearbeitet. Vor kurzem hat er einen Sammelband mit dem Titel „Populismus in der modernen Demokratie – Die Niederlande und Deutschland im Vergleich“ herausgebracht (bestellen bei der LZpBNRW).
... weiterlesen

"Die politischen Parteien sind nicht am Ende"

Prof. Dr. Ton Nijhuis übernimmt die Moderation des Panels 2, auf dem sich über die Frage 'Welche Schwächen der etablierten Parteien nutzen die Populisten?' ausgetauscht wird. Der Niederländer ist wissenschaftlicher Direktor des Duitsland Instituut in Amsterdam, an dem Deutschlandstudien zur Geschichte, Politik, Gesellschaft und Kultur des zeitgenössischen Deutschland erarbeitet werden. Für ein Interview erklärte er sich im Vorfeld der Veranstaltung Zukunft-Demokratie bereit.

1. Herr Nijhuis, an dem niederländischen Deutschland Institut in Amsterdam beschäftigen Sie sich unter anderem auch mit den parteipolitischen Veränderungen in Deutschland. Welche Entwicklung in den letzten Jahren hat besonders Ihre Aufmerksamkeit erweckt?

Das bemerkenswerteste ist die Entstehung einer Vielparteienlandschaft. Nach den Grünen und der Linken hat jetzt auch die Piratenpartei gute Chancen auf Erfolg. In den Niederlanden ist es normal, dass etwa zehn Parteien im Parlament vertreten sind, aber für die Bundesrepublik bedeutet das ein komplett neues Koalitionsspiel mit neuen Spielregeln. Die Zeit der Koalitionen wie Schwarz-Gelb oder Rot-Grün neigt sich dem Ende zu. Es wird bestimmt immer schwieriger werden stabile Mehrheitskoalitionen zu bilden, abgesehen allerdings von einer großen Koalition, die jedoch als Dauerlösung auch nicht wünschenswert ist. Die Aushöhlung der Volksparteien verläuft in Deutschland weniger schnell als in den Niederlanden, aber ist auch hier nicht umkehrbar. In der Zukunft werden wir mit einer Parteienlandschaft von nur noch mittelgroßen und kleineren Parteien leben müssen.
... weiterlesen

Professor Paul Dekker im Interview

Professor Paul Dekker ist Referent im Panel 1 des NRW Forums: Zukunft Demokratie. In diesem Panel geht es um die schwindende Orientierungsfunktion der Volksparteien. Der niederländische Politologe ist Leiter einer Forschungsgruppe am Sociaal en Cultureel Planbureau in Den Haag und Professor für Civil Society an der Universität Tilburg. Für den zukunftdemokratie-Blog hat er sich zu einem E-Mail-Interview bereiterklärt.  

Was sind die Stärken und Schwächen der “niederländischen” Demokratie?
Stark scheint mir noch immer die Offenheit des Systems gegenüber neuen Entwicklungen. Ohne Sperrklausel können neue Parteien leicht vertreten und – wie mit der LPF 2002 gezeigt– schnell an der Regierungsmacht beteiligt werden. Eine Schwäche dieses großen Repräsentanzvermögens ist, dass die Regierungsbildung oft schwierig ist und die Koalitionsregierungen manchmal wenig profiliert sind. Eine Schwäche scheint mir auch, dass das System zu wenig offen ist für direkten Bevölkerungseinfluss, bzw. die Politiker zu ängstlich sind, das System weiter zu öffnen.
... weiterlesen

"Wie stabil ist unser Parteiensystem?"

Prof. Klaus Schäfer wird mit Maria Springenberg-Eich, der Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung NRW, das NRW-Forum: Zukunft Demokratie eröffnen.
Schäfer ist Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Interview spricht er über Anlass und Ziele des NRW-Forums und die Zukunft der Volksparteien.

Was ist der Anlass für ein Diskussionsforum zum Wandel der Parteiendemokratie?

Schäfer: Wir wollen ein Signal setzen: Politische Bildung ist von großer Bedeutung. Sie ist die Grundlage dafür, politische Zusammenhänge verstehen zu können. Heute ist es jedoch so, dass kaum noch junge Mensch zu politischen Veranstaltungen kommen, und auch die Wahlbeteiligung könnte besser sein. Das gilt aber auch für die Erwachsenen. Und wir erleben einen Wandel. Es entstehen neue Bewegungen wie die Piratenpartei. Das müssen wir ernst nehmen. Sie wird jetzt noch in etwa so betrachtet wie die Grünen damals. Da dachte auch jeder: Die halten sich nicht lange. Die Berlin-Wahl und die weiteren Umfragen zeigen jedoch, dass den Piraten große Sympathien zukommen, obwohl sie kein breites Programm haben. Da sind Menschen wählen gegangen bzw. sympathisieren mit ihnen, die die etablierten Parteien sehr kritisch und mit großer Distanz sehen. Beim NRW-Forum wollen wir diskutieren, wie es dazu kommt. Wie stabil sind unser Parteiensystem und seine demokratische Stärke? Wie ist das Verhältnis der Menschen und der Medien zu den neuen Bewegungen? Solche Gesprächsforen sind heute wichtiger denn je. Wir wollen einen Diskurs zum Nachdenken anregen, und das außerhalb jeder Partei.

... weiterlesen

Franz Müntefering: Teilnehmer am Abschlussplenum

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering wird einer der Teilnehmer des Abschlussplenums des NRW-Forums: Zukunft Demokratie sein. Gemeinsam mit anderen deutschen und niederländischen Politikern wird er die "Vitalisierung der Parteiendemokratie" diskutieren. Der Bundestagsabgeordnete betont, wie wichtig politische Parteien sind, damit Demokratie funktionieren kann:

"Demokratie braucht Parteien und Parteinahme. Denn wenn man was verändern und verbessern will, muss man wissen: Alleine schafft man wenig. Es ist hilfreich, sich mit anderen, die in dieselbe Himmelsrichtung wollen, unterzuhaken und Partei zu nehmen. Deshalb hebt unser Grundgesetz die Parteien als Instrumente der Demokratie hervor: Artikel 21: Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit."
Franz Müntefering auf E-Mail-Anfrage am 12. Okt. 2011

Müntefering war in den Jahren 2005 bis 2007 Bundesminister für Arbeit und Soziales und Stellvertreter von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von 2004 bis 2005 und von 2008 bis 2009 war der 71-jährige Bundesvorsitzender der SPD.